Leipzig 2002 – wissenschaftliches Programm
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EP: Extraterrestrische Physik
EP 5: Planeten und Monde
EP 5.5: Hauptvortrag
Dienstag, 19. März 2002, 16:30–17:10, HS 15
Dawn: eine Discovery Mission zu den Protoplaneten Vesta und Ceres — •R. Jaumann, C. Russell, A. Coradini, B. Feldman, A. Konopliv, T. McCord, L. McFadden, H. McSween, S. Mottola, G. Neukum, C. Pieters, C. Raymond, D. Smith, M. Sykes, B. Williams und M. Zuber — DLR, Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin
4 Vesta und 1 Ceres sind zwei gegensätzliche terrestrische Protoplaneten. Ceres hat sich seit ihrer Entstehung im frühen Sonnensystem kaum verändert, während Vesta in seiner Frühphase eine signifikante Aufheizung und Differenzierung erfahren hat. Beide sind seit Anbeginn des Sonnensystems als planetare Körper intakt geblieben und sind somit ein Abbild der Ereignisse und Prozesse während der Planetenentstehung. Ceres hat einen primitiven Aufbau, enthält wasserhaltige Mineralien, vermutlich Frost auf der Oberfläche und möglicherweise eine dünne Atmosphäre. Die Oberfläche von Vesta ist mit basaltischer Lava bedeckt und möglicherweise ähnlich wie beim Erdmond durch das Abkühlen eines „Magma Ozeans“ entstanden. Vesta weist die Spuren mächtiger Kollisionen auf, wie ein großer nahe dem Südpol gelegenen Krater zeigt. Von dort stammen vermutlich die Howardit-, Eucrit -und Diogoni - Meteoriten (HED).
Eine eingehende Untersuchung der geophysikalischen und geochemischen Gegebenheiten dieser Asteroiden wird Rückschlüsse über die kritischen Parameter der Planetenentstehung und die Prozesse der nachfolgenden Entwicklung erlauben. 200 Jahre nach ihrer Entdeckung sollen Ceres und Vesta nun im Rahmen der NASA Discovery Mission "Dawn" untersucht werden.
