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GP: Fachverband Geschichte der Physik

GP 3: I. Weltkrieg

GP 3.3: Vortrag

Montag, 16. März 2015, 17:45–18:15, HL 001

Der Widerhall des Krieges – oder: Wie hat die Kriegsbeteiligung der Forscher die Physik nach dem Ersten Weltkrieg verändert? — •Arne Schirrmacher — Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften, Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Nach einem kurzen Überblick über die Mobilisierung und Selbstmobilisierung von Physikern in England, Frankreich und Deutschland und über die Felder, auf denen sie wissenschaftliche Lösungen für neue militärische Probleme suchten (Stellungskrieg, Steilschussballistik, Kommunikation, Aerodynamik etc.), möchte ich in meinem Vortrag einige Beispiele für die Rückwirkung der „kriegsphysikalischen Arbeit“ auf die angewandte und Grundlagenforschung der Zwischenkriegszeit betrachten. Etwa konnte Ernst von Angerer seine in Flandern angestellten „Versuche“ als Grundlage seiner Habilitation über Schallausbreitung in der Atmosphäre verwenden, Paul Langevins Forschungen zur Ultraschallortung fanden ab 1927 Anwendung in den französischen Ozeanlinern nach New York und Douglas Hartree in England berechnete die Elektronenorbits von einer Reihe von Elementen mithilfe mathematischer Techniken, die er für Bahnen von Geschossen entwickelt hatte, die etwa die deutschen Zeppeline über London treffen sollten. Neben solchen konkreten Beispielen stellt sich die Frage nach allgemeinen Einflüssen. Ist es nicht einen Paradox, dass der Krieg ein großes chemisches, physikalisches und technisches Labor war, dennoch danach Deutschland insbesondere auf dem Gebiet der Theorie reüssierte?

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