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ST: Fachverband Strahlen- und Medizinphysik
ST 4: DPG meets DGMP: Dosimetry in Nuclear Medicine
ST 4.2: Hauptvortrag
Mittwoch, 18. März 2026, 16:45–17:15, KH 01.013
Personendosimetrie in der Nuklearmedizin — •Felix Bärenfänger — Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Str. 50, 58453 Witten
Im Vergleich zu anderen *strahlenden* Disziplinen ist das Personal in der Nuklearmedizin häufiger messbaren Strahlenexpositionen ausgesetzt. Ursache hierfür sind der routinemäßige Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, nicht ortsfeste Strahlenquellen in Form der Patienten sowie komplexe, zeitlich und räumlich variable Strahlenfelder unterschiedlicher Nuklide. Diese Besonderheiten stellen sowohl die amtliche Personendosimetrie als auch den praktischen Strahlenschutz vor Herausforderungen. Neben der externen Exposition müssen häufig auch Kontaminationen und mögliche Inkorporationen als relevante Expositionspfade berücksichtigt werden. Die Auswertung des SSR-Registers für das Jahr 2024 zeigt, dass Grenzwertüberschreitungen in der Nuklearmedizin im Rahmen der amtlichen Personendosimetrie selten auftreten. Dennoch liefert die systematische Analyse der Personendosis bei der Anwendung von Dosisrichtwerten wertvolle Hinweise auf strukturelle, organisatorische oder arbeitsplatzbezogene Optimierungspotenziale. Personendosimetrie wird damit nicht nur zum Instrument der Grenzwertüberwachung, sondern zu einem aktiven Werkzeug der Qualitätssicherung im Strahlenschutz. Der Vortrag gibt einen Überblick über Möglichkeiten, Herausforderungen und Limitationen der Personendosimetrie in der Nuklearmedizin. Darauf aufbauend werden sinnvolle ergänzende Dosimetriekonzepte sowie praxisnahe Maßnahmen zur Reduktion der Personendosis diskutiert.
Keywords: Nuklearmdizin; Personendosimetrie; Medizinphysik; Strahlenschutz